Zukunft made in Germany: Deutschland wächst immer nachhaltiger Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt veröffentlichen den Umweltwirtschaftsbericht 2011
31.01.2012
Die Umweltwirtschaft ist eine Querschnittsbranche, die
Unternehmen umfasst, die Umweltschutzgüter und -dienstleistungen produzieren
und anbieten. Der Bericht dokumentiert ihre kontinuierlich zunehmende Bedeutung
innerhalb der deutschen Wirtschaft und bestätigt die Vorreiterrolle deutscher
Unternehmen auf diesem Gebiet. Die Produktion von Umweltschutz-gütern in
Deutschland ist weiter überdurchschnittlich gewachsen und erreicht inzwischen
ein Produktionsvolumen von fast 76 Milliarden Euro. Mit einem Welthandelsanteil
von 15,4 Pro-zent liegt Deutschland auf einem Spitzenplatz beim Export von
Umweltschutzgütern. Nach jüngsten Berechnungen gibt es knapp 2 Millionen
Beschäftigte in der Umweltwirtschaft – ein neuer Höchststand.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist sich sicher: „Diesen Trend wird die
Energiewende noch deutlich beschleunigen“.
Der Bericht, so Röttgen, sei auch ein Beleg für die
Gestaltungskraft von Politik auf dem Weg in eine nachhaltige,
ressourcenschonende Wirtschafts- und Lebensweise: „Die Innovations-kraft der
Umweltwirtschaft ist auch ein Erfolg von Rahmensetzungen in der Umwelt- und
Energiepolitik.“
Zugpferd dieser dynamischen Entwicklung waren und bleiben
die erneuerbaren Energien. Auch während der weltweiten Wirtschaftskrise legte
dort die Güterproduktion zu – und zwar gegen den allgemeinen Trend. Der
Weltmarkt für umweltfreundliche Energietechnologien soll sich nach einer
Prognose von Roland Berger bis 2020 fast vervierfachen, für die erneu-erbaren
Energien wie Photovoltaik, Solarthermie, Biogasanlagen und Windenergie werden
jährlich weltweite Wachstumsraten des Umsatzes von 15 bis über 30 Prozent
erwartet – eine große Chance für deutsche Unternehmen.
Die Zukunftsdynamik nachhaltiger Produktion wird durch
ein weiteres interessantes Ergebnis unterstrichen: In der Umweltwirtschaft wird
außergewöhnlich häufig, intensiv und kontinu-ierlich geforscht. Fast 80 Prozent
der Produktionsbereiche in der Umweltbranche sind beson-ders forschungs- und
wissensintensiv. Ziel ist, Innovations- und Umweltpolitik sinnvoll zu verzahnen
und gleichzeitig neue Märkte für Umwelttechnologien zu erschließen – ein
wichti-ges Thema im Wissenschaftsjahr 2012.
Der Umweltwirtschaftsbericht zeigt: Deutschland hat bei
der ökologischen Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft schon viel
erreicht: Zwischen 1990 und 2010 stieg die Ener-gieproduktivität um 38,6
Prozent, die Rohstoffproduktivität sogar um 46,8 Prozent. Erfreuli-che
Entwicklungen gab es auch bei den Luftschadstoffemissionen: Gegenüber 1990
konnten sie im Berichtzeitraum um 56,4 Prozent verringert werden. Bei der
Verwertung von Abfällen und seiner umweltfreundlichen Beseitigung ist
Deutschland ebenfalls Vorbild: Rund 90 Pro-zent der Bauabfälle und 63 Prozent
der Siedlungs- und Produktionsabfälle werden bereits recycelt.
Bundesumweltminister Röttgen bilanziert: „Deutschland
wächst immer nachhaltiger“. Der Umweltwirtschaftsbericht 2011 zeigt die Dynamik
und das Potential dieser Entwicklung. Deutschland gelingt es immer besser,
umweltschädliche Emissionen kontinuierlich zu redu-zieren, Stoffkreisläufe so
weit wie möglich zu schließen und Ressourcen effizient zu nutzen. Die Energiewende
ist die wichtigste strategische Weichenstellung auf diesem Weg. Sie stärkt die
Leistungsfähigkeit unserer Umweltwirtschaft und ist die Grundlage für eine
weitere Be-schleunigung des nachhaltigen Umbaus unserer Energieversorgung,
unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft. Deutschland will Industrieland
bleiben. Aber eines, das technologisch modern, wettbewerbsfähig, und
zukunftsorientiert ist. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz und das
Ressourceneffizienzprogramm sind nächste konkrete Schritte auf diesem Weg.“
Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes: „Der
Umweltwirtschaftsbericht belegt, dass Umweltschutz in Deutschland eine
außerordentliche wirtschaftliche Erfolgsgeschichte ist. Ohne den
Wirtschaftsmotor Umweltschutz wäre Deutschland schlechter über die Krise
gekommen. Große Beschäftigungschancen liegen auch künftig vor allem beim
Klimaschutz und der Steigerung der Ressourceneffizienz. Auch die Perspektiven
beim Export von Umwelt- und Effizienztechnologien sind hervorragend, weil die
globalen Märkte für diese Technolo-gien in den nächsten Jahrzehnten weit
überdurchschnittlich wachsen werden. Deutschland sollte daher den Weg in eine
Green Economy auch aus wirtschaftlichen Gründen entschlos-sen fortsetzen. Dies
ist auch deshalb erforderlich, weil andere Länder wie China oder Südko-rea die
im Umweltschutz liegenden Chancen ebenfalls erkannt haben.“
Der Umweltwirtschaftsbericht stützt sich auf zahlreiche
Forschungsvorhaben und Zahlenma-terial von statistischen Ämtern. Er kann beim
UBA unter
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4210.html
oder im BMU (Öffentlichkeits-arbeit, Broschüre Nr. 2030) bestellt oder unter
www.bmu.de/umweltwirtschaftsbericht
heruntergeladen werden.
